Bei vielen Raupen ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, welcher Schmetterling später aus ihnen hervorgeht. Manche wirken unscheinbar, andere tragen auffällige Farben, Punkte oder Stacheln. Nach der Verpuppung kann sich ihr Erscheinungsbild jedoch vollkommen verändern: Aus einer dunklen, stacheligen oder gestreiften Raupe entwickelt sich ein farbenprächtiger Falter.
Allein in Deutschland gibt es rund 3.700 verschiedene Schmetterlingsarten. Besonders faszinierend sind ihre unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Von der Raupe über die Puppe bis zum ausgewachsenen Schmetterling verändert sich nicht nur das Aussehen, sondern häufig auch die bevorzugte Nahrung und der Lebensraum. :contentReference[oaicite:0]{index=0}
Zu den bekannten heimischen Arten gehören unter anderem Schwalbenschwanz, Distelfalter, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und Kohlweißling. Ihre Raupen sehen teilweise völlig anders aus als die späteren Falter. Wer sie im Garten erkennt, kann deshalb besser einschätzen, welcher Schmetterling sich daraus entwickeln wird.
Vom Ei über die Raupe zum Schmetterling
Schmetterlinge durchlaufen mehrere deutlich voneinander unterscheidbare Entwicklungsstadien. Besonders auffällig ist dabei die Raupenphase. In diesem Stadium steht die Nahrungsaufnahme im Mittelpunkt, bevor sich die Raupe verpuppt und schließlich der ausgewachsene Falter entsteht.
Viele Raupen sind dabei eng an bestimmte Pflanzen gebunden. Diese sogenannten Futterpflanzen spielen eine wichtige Rolle, weil die Raupen auf ihnen einen großen Teil ihrer Entwicklung verbringen. Einige der bekanntesten heimischen Schmetterlinge lassen sich deshalb schon anhand der Pflanzen vermuten, auf denen ihre Raupen gefunden werden.
1. Schwalbenschwanz – Papilio machaon
Der Schwalbenschwanz gehört zu den auffälligsten und schönsten Schmetterlingen Europas. Mit einer Flügelspannweite von knapp acht Zentimetern zählt er außerdem zu den größten Schmetterlingen Mitteleuropas.
Sein Bestand war über mehrere Jahre stark rückläufig, sodass der Schwalbenschwanz zeitweise als gefährdet galt. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt. Im Jahr 2006 wurde er sogar zum „Schmetterling des Jahres“ gewählt. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
So sieht die Raupe des Schwalbenschwanzes aus
Bei der Raupe lässt sich die spätere Farbenpracht des Falters bereits erahnen. Kurz vor der Verpuppung zeigt sie sich besonders auffällig: Ihr Körper ist kräftig grün gefärbt und mit schwarzen sowie roten Zeichnungselementen versehen.
Diese auffällige Musterung macht die Raupe leichter erkennbar als viele andere heimische Schmetterlingsraupen.
Wo findet man die Raupe?
Der Schwalbenschwanz legt seine Eier bevorzugt an bestimmten Nutzpflanzen ab. Im Garten gehören dazu beispielsweise Fenchel und Möhren.
Wer solche Pflanzen anbaut und eine auffällig grün-schwarz-rot gezeichnete Raupe darauf entdeckt, könnte es daher mit dem Nachwuchs des Schwalbenschwanzes zu tun haben.
Der erwachsene Schwalbenschwanz im Garten
Naturnah gestaltete Gärten können dem Schwalbenschwanz gute Bedingungen bieten. Eine möglichst große Pflanzenvielfalt macht den Garten für viele Schmetterlingsarten attraktiver.
Der erwachsene Schwalbenschwanz besucht beispielsweise gerne Sommerflieder, während seine Eier bevorzugt an geeigneten Futterpflanzen wie Fenchel oder Möhren abgelegt werden. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
2. Distelfalter – Vanessa cardui
Der Distelfalter gehört zur Familie der Edelfalter, wissenschaftlich Nymphalidae genannt. Zwischen seiner Raupenform und dem fertigen Schmetterling besteht ein besonders auffälliger optischer Unterschied.
Die Raupe des Distelfalters
Die Raupe ist mit deutlich sichtbaren Stacheln versehen. Ihr Erscheinungsbild wirkt dadurch wesentlich wehrhafter und weniger filigran als das des späteren Falters.
Gerade diese Veränderung zeigt eindrucksvoll, wie stark sich ein Schmetterling während seiner Entwicklung äußerlich verändern kann.
Wann kann man Distelfalter beobachten?
Der Distelfalter lässt sich im heimischen Garten ungefähr von April bis September beobachten. In dieser Zeit fliegt er von Sommerblume zu Sommerblume.
Seine Lebenserwartung wird mit rund einem Jahr angegeben. Als erwachsener Falter gehört er zu den Schmetterlingen, die während der warmen Monate an verschiedenen Blütenpflanzen beobachtet werden können. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
3. Tagpfauenauge – Aglais io
Das Tagpfauenauge ist einer der bekanntesten heimischen Schmetterlinge. Besonders auffällig sind die großen augenähnlichen Zeichnungen auf seinen Flügeln.
Wer nur die Raupe sieht, würde jedoch nicht unbedingt vermuten, dass daraus später ein derart farbenprächtiger Falter entsteht.
So erkennt man die Raupe
Die Raupen des Tagpfauenauges sind schwarz und tragen kleine weiße Punkte. Häufig findet man sie auf Brennnesseln, deren Blätter zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören.
Brennnesseln spielen deshalb für die Entwicklung dieser Art eine wichtige Rolle. Was im Garten häufig als unerwünschtes Wildkraut betrachtet wird, kann für bestimmte Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze sein.
Was frisst das erwachsene Tagpfauenauge?
Nach der Verwandlung ändern sich die Nahrungsquellen. Im Frühjahr besucht das Tagpfauenauge unter anderem Löwenzahn.
Im Sommer findet man den ausgewachsenen Schmetterling beispielsweise an blühendem Klee, Sommerflieder oder Disteln.
Die auffälligen Augen auf den Flügeln
Charakteristisch für den Falter sind seine auffälligen „Augen“. Diese Flügelzeichnungen können Fressfeinde wie Vögel abschrecken.
Das Tagpfauenauge ist in Deutschland stark verbreitet. Laut Ausgangstext können sich innerhalb eines Jahres bis zu drei Generationen entwickeln. :contentReference[oaicite:4]{index=4}
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