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Neu gepflanzte Bäume richtig stützen

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Baumstützen können frisch gepflanzten Bäumen dabei helfen, in der ersten Zeit nach dem Einpflanzen sicher und aufrecht zu stehen. Dennoch sind Pfähle und Anbindungen nicht bei jedem jungen Baum notwendig. In vielen Fällen kann eine zu starke oder zu lange Unterstützung sogar verhindern, dass sich der Stamm und das Wurzelsystem auf natürliche Weise kräftig entwickeln.

Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob ein neu gepflanzter Baum grundsätzlich gestützt werden sollte, sondern ob seine konkrete Situation eine vorübergehende Stabilisierung tatsächlich erforderlich macht. Standort, Windbelastung, Bodenbeschaffenheit, Größe des Wurzelballens und Stabilität des Stammes spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wer weiß, wann ein Baum gestützt werden sollte, wie locker die Anbindung sein muss und wann die Pfähle wieder entfernt werden können, schafft bessere Voraussetzungen für eine langfristig stabile Entwicklung. Ziel der Stützung ist immer, dem Baum während der Anwachsphase zu helfen, ohne ihm die natürliche Bewegung zu nehmen, die er für die Entwicklung eines kräftigen Stammes benötigt.

Warum werden neu gepflanzte Bäume gestützt?
Nach dem Pflanzen braucht ein junger Baum Zeit, damit sich seine Wurzeln im umgebenden Boden verankern können. Direkt nach dem Einsetzen ist der Wurzelballen noch nicht vollständig mit dem neuen Standort verbunden. Bei starkem Wind oder instabilem Boden kann sich der Ballen deshalb bewegen.

Eine solche Bewegung an der Basis unterscheidet sich von der leichten Bewegung des Stammes im Wind. Während ein sanftes Schwanken des Stammes erwünscht sein kann, sollte sich der gesamte Wurzelballen nicht ständig im Pflanzloch verschieben. Genau hier kann eine fachgerecht angebrachte Stützung sinnvoll sein.

Baumpfähle dienen also in erster Linie dazu, die Basis eines instabilen jungen Baumes während der Anwachsphase zu sichern. Sie sollen nicht dazu verwendet werden, den Stamm völlig unbeweglich festzuhalten.

Typische Gründe für eine vorübergehende Stützung sind:

Starker oder ständig auftretender Wind: An offenen Standorten kann der Wind den jungen Baum stärker bewegen, als sein noch nicht vollständig verankertes Wurzelsystem ausgleichen kann.
Lockerer oder sandiger Boden: In wenig stabilem Boden kann der Wurzelballen leichter seine Position verändern.
Ein kleiner Wurzelballen bei großer Krone: Eine vergleichsweise große Krone bietet dem Wind eine größere Angriffsfläche, während der kleinere Wurzelballen möglicherweise noch nicht genügend Halt bietet.
Starker Fußgängerverkehr rund um die Pflanzstelle: Wird der Bereich häufig betreten, kann zusätzliche Stabilität während der ersten Anwachsphase hilfreich sein.
Warum sich ein junger Baum bewegen sollte
Auch wenn eine Stützung manchmal notwendig ist, sollte ein Baum nicht vollständig starr fixiert werden. Ein gewisses Maß an natürlicher Bewegung ist für die Entwicklung des Stammes wichtig.

Wenn sich der Stamm bei Wind leicht hin und her bewegt, reagiert der Baum auf diese Belastung. Dieses sanfte Schwanken unterstützt die natürliche Verdickung des Stammes und trägt dazu bei, dass der Baum im Laufe der Zeit stabiler wird.

Eine geeignete Anbindung hält deshalb vor allem den Wurzelbereich ausreichend ruhig, während der Stamm weiterhin ein wenig Bewegungsspielraum erhält. Genau dieses Gleichgewicht ist wichtig: Der Baum soll nicht umfallen oder seinen Wurzelballen verschieben, aber gleichzeitig auch nicht völlig unbeweglich zwischen den Pfählen eingespannt sein.

Wird ein Baum dagegen zu fest angebunden, kann er zwar gerade und hoch wachsen, der Stamm erhält jedoch weniger Gelegenheit, sich durch natürliche Bewegung zu kräftigen. Das kann dazu führen, dass der Baum äußerlich gut gestützt aussieht, nach dem Entfernen der Pfähle jedoch weniger stabil ist als erwartet.

Deshalb sollten die Bindungen nicht straff wie eine starre Befestigung am Stamm anliegen. Sie müssen genügend Spielraum lassen, damit sich der Baum bei Wind leicht bewegen kann.

Braucht jeder neu gepflanzte Baum Pfähle?
Nein. Nicht jeder frisch gepflanzte Baum muss gestützt werden. Ein Baum, dessen Wurzelballen stabil im Boden sitzt und dessen Stamm von selbst aufrecht bleibt, benötigt möglicherweise überhaupt keine zusätzliche Unterstützung.

Bevor Pfähle angebracht werden, lohnt es sich daher, zunächst die tatsächliche Stabilität zu beurteilen. Steht der Baum ohne Unterstützung gerade und bleibt der Wurzelballen auch bei leichter Bewegung des Stammes fest an seinem Platz, spricht vieles dafür, auf eine Stützung zu verzichten.

Der Baum sollte gestützt werden, wenn:
er ein kleines oder instabiles Wurzelsystem besitzt,
er an einem sehr windigen Standort gepflanzt wurde,
der Boden locker oder erst kürzlich aufgelockert beziehungsweise bewegt wurde,
der Baum aus eigener Kraft nicht aufrecht stehen bleibt.
In solchen Situationen dient die Stützung als zeitlich begrenzte Hilfe. Sie soll den Baum so lange stabilisieren, bis sich die Wurzeln ausreichend mit dem umgebenden Boden verbunden haben.

Eine Stützung ist in der Regel nicht notwendig, wenn:
der Wurzelballen groß und stabil ist,
der Baum ohne Unterstützung gerade steht,
der Standort vor starkem Wind geschützt ist,
der Stamm bereits kräftig und stabil ist.
Gerade bei einem Baum, der nach dem Pflanzen bereits einen sicheren Stand besitzt, kann es sinnvoller sein, ihm seine natürliche Bewegungsfreiheit zu lassen. Eine zusätzliche Befestigung bringt dann möglicherweise keinen Vorteil.

So wird ein Baum richtig gestützt
Wenn eine Stützung notwendig ist, kommt es auf die richtige Position der Pfähle und auf eine flexible Anbindung an. Die Konstruktion sollte den Baum stabilisieren, ohne Stamm oder Rinde zu beschädigen.

Die Pfähle werden außerhalb des Wurzelballens gesetzt. Dadurch wird vermieden, dass der Wurzelballen unnötig beeinträchtigt wird. Gleichzeitig sollte die Position der Pfähle so gewählt werden, dass die Anbindung den Stamm sicher hält.

Für die Verbindung zwischen Stamm und Pfahl sollten weiche und flexible Baumbinder verwendet werden. Sie liegen schonender an der Rinde an und ermöglichen gleichzeitig die notwendige leichte Bewegung.

Die Bindung wird am unteren Drittel des Stammes befestigt. Eine zu hohe Befestigung würde den Stamm stärker fixieren und könnte die natürliche Bewegung unnötig einschränken.

Wichtig ist außerdem, genügend Spielraum zu lassen. Der Stamm darf sich bei Wind leicht bewegen. Die Bindung soll deshalb nicht so straff sein, dass der Baum vollständig starr gehalten wird.

Pfähle außerhalb des Wurzelballens setzen: Die Stütze soll sicher im Boden sitzen, ohne direkt durch den Wurzelballen geführt zu werden.
Weiche und flexible Baumbinder verwenden: Die Kontaktstelle zum Stamm sollte möglichst schonend sein.
Die Bindung am unteren Drittel des Stammes anbringen: Dadurch erhält der obere Teil des Baumes genügend Bewegungsfreiheit.
Etwas Spielraum lassen: Der Stamm sollte sich im Wind leicht bewegen können, während der Wurzelbereich stabil bleibt.
Dünnes Seil oder ungeschützter Draht sollte nicht direkt an der Rinde anliegen. Solche Materialien können beim Wachstum des Stammes einschneiden, scheuern oder die Rinde beschädigen.

Auch nach dem Anbringen sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob die Verbindung noch locker genug sitzt. Da ein junger Baum wächst und sein Stamm dicker wird, kann eine ursprünglich passende Anbindung mit der Zeit zu eng werden.

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