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Vergessener Hähnchensalat ohne Mayonnaise – cremig, frisch und aus ganz einfachen Zutaten

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Es gibt Rezepte, die irgendwann ein bisschen aus der Mode kommen und dann plötzlich wieder genau richtig wirken. Dieser Salat gehört für mich in diese Kategorie. Er erinnert an diese einfachen, herzhaften Salate, die früher auf Familienfeiern, beim Sonntagsessen oder bei einem kleinen Buffet auf dem Tisch standen. Keine ausgefallenen Zutaten, keine komplizierten Dressings, sondern ganz normale Sachen, die man überall bekommt.

Was mir an diesem Salat besonders gefällt: Er kommt komplett ohne Mayonnaise aus und ist trotzdem schön cremig. Das Dressing entsteht aus Eigelb, Crème fraîche, etwas Olivenöl und Senf. Dadurch bekommt der Salat eine angenehme Bindung, bleibt aber frischer und leichter als viele klassische Salate mit einer großen Menge Mayonnaise.

Dazu kommen gekochtes Hähnchenfleisch, Möhren, Eier, eingelegte Gurken und viel Dill. Eigentlich ist das eine sehr einfache Kombination, aber genau diese Mischung funktioniert erstaunlich gut. Das Hähnchen macht den Salat sättigend, die Gurken bringen Säure und etwas Biss, die Möhren eine leichte Süße und der Dill gibt ihm diesen frischen Geschmack, der für mich unbedingt dazugehört.

Ich mache solche Salate gern, wenn ich etwas vorbereiten möchte, das man später einfach aus dem Kühlschrank holen kann. Man kann ihn am Vormittag zubereiten und abends servieren oder schon am Abend vorher alles vorbereiten. Nach etwas Ruhezeit schmeckt er sogar besser, weil sich das Dressing mit den anderen Zutaten verbindet.

Besonders praktisch finde ich außerdem, dass man gekochtes oder gebratenes Hähnchen vom Vortag verwenden kann. Wenn beim Mittagessen etwas übrig geblieben ist, muss man dafür nicht extra neues Fleisch kochen. Genau solche Rezepte mag ich: unkompliziert, vernünftig und trotzdem so lecker, dass niemand das Gefühl hat, gerade Resteverwertung zu essen.

Bei uns gibt es diesen Salat manchmal einfach mit einer Scheibe frischem Brot als leichtes Abendessen. Für Gäste kann man ihn in einer großen Glasschüssel anrichten und etwas frischen Dill darübergeben. Und auf einem Buffet verschwindet er meistens schneller, als ich denke.

Zutaten

Für etwa 5–6 Portionen:

400 g Hähnchenbrustfilet
250–300 g eingelegte Gurken
3 mittelgroße Möhren
4 Eier
1 kleiner Bund frischer Dill
3 EL Crème fraîche
3 EL Olivenöl
1 EL mittelscharfer Senf
½ TL Salz
etwas schwarzer Pfeffer
1–2 EL Gurkenwasser nach Bedarf

Optional:

2 Frühlingszwiebeln
1 kleine rote Zwiebel
etwas Zitronensaft
1 TL Honig, wenn die Gurken sehr sauer sind
etwas Petersilie zusätzlich zum Dill
Zubereitung

Zuerst kümmere ich mich um das Hähnchen.

Wenn ich kein bereits gegartes Fleisch vom Vortag habe, gebe ich die Hähnchenbrust in einen kleinen Topf und bedecke sie mit Wasser. Dazu kommen eine Prise Salz und, wenn vorhanden, ein kleines Stück Zwiebel oder ein Lorbeerblatt.

Das Wasser einmal aufkochen lassen und anschließend die Temperatur reduzieren. Das Fleisch soll nur noch sanft gar ziehen und nicht wild kochen.

Je nach Dicke braucht eine Hähnchenbrust ungefähr 15 bis 20 Minuten.

Danach nehme ich sie aus dem Wasser und lasse sie vollständig abkühlen.

Man kann das Hähnchen natürlich auch im Ofen garen oder in der Pfanne braten. Wenn ich den Salat besonders aromatisch möchte, würze ich die Brust mit etwas Salz und Pfeffer und brate sie in wenig Öl. Die gekochte Variante ist dagegen etwas milder und passt sehr schön zum cremigen Dressing.

Während das Fleisch gart, setze ich die Möhren auf.

Ich schäle sie und koche sie in leicht gesalzenem Wasser, bis sie weich, aber noch schnittfest sind. Sie sollen später nicht zerfallen.

Bei mittelgroßen Möhren dauert das ungefähr 15 Minuten.

Anschließend abgießen und ebenfalls vollständig auskühlen lassen.

Nun die Eier hart kochen.

Ich gebe sie in kochendes Wasser und lasse sie ungefähr 9 bis 10 Minuten garen. Danach sofort mit kaltem Wasser abschrecken.

Wenn sie abgekühlt sind, werden sie geschält.

Jetzt trenne ich Eigelb und Eiweiß.

Das klingt zunächst nach einem zusätzlichen Arbeitsschritt, hat aber einen Grund: Aus dem Eigelb machen wir direkt das Dressing. Dadurch wird es wunderbar cremig, obwohl keine Mayonnaise verwendet wird.

Die Eigelbe gebe ich in eine kleine Schüssel und zerdrücke sie gründlich mit einer Gabel.

Crème fraîche, Senf und Olivenöl dazugeben.

Alles miteinander verrühren, bis eine möglichst glatte, dicke Creme entsteht.

Wenn das Dressing sehr fest ist, gebe ich einen Esslöffel Gurkenwasser dazu. Das bringt gleichzeitig etwas Säure hinein.

Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.

Hier sollte man mit dem Salz zunächst etwas vorsichtig sein. Die eingelegten Gurken bringen später bereits ordentlich Würze mit.

Wer die Kombination aus süß und sauer gern mag, kann einen halben bis einen Teelöffel Honig unter das Dressing rühren. Das mache ich allerdings nur, wenn die Gurken wirklich sehr sauer sind.

Jetzt werden die restlichen Zutaten geschnitten.

Das abgekühlte Hähnchen schneide ich in kleine Würfel. Die Stücke sollten ungefähr mundgerecht sein, aber nicht zu fein. Wenn das Fleisch sehr klein geschnitten wird, verschwindet seine Struktur im Dressing.

Die gekochten Möhren schneide ich ebenfalls in kleine Würfel.

Bei den Gurken versuche ich ungefähr dieselbe Größe einzuhalten. Dadurch sieht der Salat später gleichmäßiger aus und lässt sich angenehm essen.

Die Eiweiße werden grob gehackt oder ebenfalls gewürfelt.

Den Dill wasche ich, schüttele ihn gründlich trocken und hacke ihn fein.

Jetzt kommen Hähnchen, Möhren, Gurken und Eiweiß in eine große Schüssel.

Etwa drei Viertel des Dills gebe ich direkt dazu. Den Rest hebe ich für später zum Garnieren auf.

Nun verteile ich das Dressing über dem Salat.

Alles vorsichtig miteinander vermischen.

Ich nehme dafür gern zwei große Löffel und hebe die Zutaten mehrmals von unten nach oben. Dadurch bleiben Möhren und Eier eher in Form, als wenn man minutenlang kräftig umrührt.

Wenn der Salat zu trocken wirkt, kommt noch ein wenig Gurkenwasser oder ein zusätzlicher Löffel Crème fraîche hinein.

Danach unbedingt probieren.

Oft braucht der Salat an diesem Punkt überhaupt kein zusätzliches Salz mehr.

Etwas schwarzer Pfeffer passt dagegen fast immer.

Jetzt könnte man ihn theoretisch sofort essen. Ich stelle ihn aber lieber mindestens 30 bis 60 Minuten in den Kühlschrank.

Diese Ruhezeit lohnt sich.

Das Dressing verbindet sich mit dem Hähnchen, die Gurken geben noch etwas Aroma ab und der Dill verteilt sich besser.

Kurz vor dem Servieren rühre ich den Salat noch einmal vorsichtig durch und streue den restlichen frischen Dill darüber.

Mehr braucht er eigentlich nicht.

Warum dieser Salat auch ohne Mayonnaise schön cremig wird

Das Eigelb ist hier für mich der kleine Trick des Rezepts. Wenn man gekochtes Eigelb zerdrückt und mit Crème fraîche, Öl und Senf verrührt, entsteht fast von allein ein dickes, cremiges Dressing.

Es ist natürlich nicht dasselbe wie Mayonnaise, aber genau das möchte ich bei diesem Salat auch gar nicht.

Die Creme ist leichter und schmeckt etwas frischer. Gerade zu den eingelegten Gurken und dem Dill passt das wunderbar.

Das Olivenöl sollte möglichst mild sein. Sehr kräftiges, bitteres Olivenöl kann den Geschmack schnell dominieren. Wer kein mildes Olivenöl zu Hause hat, kann auch Rapsöl verwenden.

Beim Senf nehme ich normalerweise mittelscharfen deutschen Senf. Amerikanischer gelber Senf funktioniert ebenfalls, ist aber meistens etwas milder und leicht süßlich.

Ein grobkörniger Senf kann interessant sein, verändert aber natürlich die Struktur des Dressings.

Wenn ich den Salat für Gäste mache, verwende ich meistens klassischen mittelscharfen Senf, weil damit eigentlich niemand Probleme hat.

Die eingelegten Gurken sind mindestens genauso wichtig wie das Dressing.

Ich nehme lieber knackige Gewürzgurken und nicht die ganz weichen Sorten. Dadurch bekommt der Salat trotz der cremigen Zutaten noch etwas Biss.

Auch ein kleiner Schluck Gurkenwasser im Dressing macht wirklich etwas aus. Er bringt Säure und Würze hinein, ohne dass man zusätzlich viel Essig benötigt.

Wenn man möchte, kann man trotzdem ein paar Tropfen Zitronensaft hinzufügen. Gerade im Sommer schmeckt das sehr frisch.

Beim Hähnchen darf man ruhig variieren.

Übrig gebliebenes Brathähnchen funktioniert wunderbar. Dann würde ich allerdings die Haut entfernen und nur das Fleisch verwenden.

Auch gegarte Putenbrust kann man nehmen.

Wer Fleisch komplett weglassen möchte, könnte das Hähnchen durch gekochte Kartoffeln oder weiße Bohnen ersetzen. Dann ist es natürlich ein anderer Salat, aber das Dressing funktioniert trotzdem sehr gut.

Die Möhren sollten nicht zu weich gekocht werden. Das ist ein Fehler, den ich früher öfter gemacht habe. Sobald man sehr weiche Möhren mit Dressing vermischt, zerfallen sie schnell und der ganze Salat wird etwas breiig.

Lieber ein oder zwei Minuten früher aus dem Wasser holen.

Mit den Eiern ist es ähnlich. Sie sollten hart gekocht sein, aber nicht ewig im Wasser bleiben. Nach etwa zehn Minuten sind sie bei mir perfekt.

Den Dill würde ich wirklich frisch verwenden.

Getrockneter Dill funktioniert zur Not, aber geschmacklich ist das etwas ganz anderes. Gerade bei so wenigen Zutaten merkt man frische Kräuter deutlich.

Wer Dill überhaupt nicht mag, kann Petersilie nehmen. Dann verliert der Salat allerdings ein bisschen von seinem typischen Charakter.

Eine kleine rote Zwiebel passt ebenfalls gut hinein. Ich hacke sie dafür sehr fein und gebe nicht zu viel davon dazu.

Wenn die Zwiebel besonders scharf ist, lege ich die Würfel für fünf Minuten in kaltes Wasser und lasse sie anschließend gut abtropfen. Dadurch wird der Geschmack milder.

Frühlingszwiebeln sind noch unkomplizierter. Zwei fein geschnittene Stück reichen für eine große Schüssel völlig aus.

So serviere und variiere ich ihn

Bei uns landet der Salat meistens ganz unkompliziert in einer großen Glasschüssel. Ein bisschen Dill obenauf, fertig.

Für ein Buffet kann man ihn allerdings auch in kleinen Schälchen servieren.

Mit einer Scheibe kräftigem Bauernbrot ist er bereits eine vollständige Mahlzeit.

Auch zu Pellkartoffeln passt er erstaunlich gut. Dann erinnert das Ganze fast an eine Mischung aus Hähnchensalat und Kräuterquark.

Im Sommer stelle ich gern noch Tomaten und Gurkenscheiben dazu.

Bei einer Feier passt er neben Frikadellen, Schnitzel oder kaltem Braten.

Man kann auch etwas mehr Gemüse hineingeben.

Kleine Erbsen passen beispielsweise gut. Ich würde ungefähr 100 g nehmen und sie nur kurz blanchieren oder tiefgekühlte Erbsen auftauen lassen.

Auch Mais funktioniert, macht den Salat aber etwas süßer.

Geriebener Käse wäre mir persönlich zu viel, weil die Eier und Crème fraîche bereits genügend Cremigkeit bringen.

Wer es etwas kräftiger möchte, kann stattdessen ein paar kleine Käsewürfel untermischen.

Dann würde ich einen milden Gouda verwenden.

Eine besonders frische Version mache ich manchmal mit einem halben Apfel. Den Apfel in kleine Würfel schneiden und direkt mit etwas Zitronensaft vermengen, damit er nicht braun wird.

Die leichte Süße passt überraschend gut zu Gurke und Senf.

Aber das ist wirklich Geschmackssache.

Bei uns gibt es immer jemanden, der Obst im herzhaften Salat grundsätzlich verdächtig findet.

Dann lasse ich es einfach weg.

Was ich dagegen fast immer mache, ist den Salat vor dem Servieren noch einmal abzuschmecken.

Nach einer Stunde im Kühlschrank verändert sich der Geschmack ein wenig.

Das Hähnchen nimmt Würze auf und die Gurken verteilen ihre Säure.

Manchmal braucht es dann nur noch etwas Pfeffer.

Manchmal einen halben Teelöffel Senf.

Manchmal überhaupt nichts.

Genau deshalb würze ich am Anfang lieber zurückhaltend.

Vorbereitung und Aufbewahrung

Dieser Salat eignet sich sehr gut zum Vorbereiten.

Ich würde ihn sogar eher etwas früher machen als unmittelbar vor dem Essen.

Mindestens eine halbe Stunde Ruhezeit im Kühlschrank tut ihm gut.

Wenn ich ihn am Abend servieren möchte, bereite ich Hähnchen, Möhren und Eier manchmal bereits am Vormittag vor.

Alles kommt abgekühlt in den Kühlschrank.

Später muss ich nur noch schneiden, Dressing anrühren und vermischen.

Man kann den Salat auch komplett am Vortag zubereiten.

Dann würde ich allerdings einen kleinen Teil des Dills erst kurz vor dem Servieren dazugeben. So schmeckt er frischer und sieht schöner aus.

Im Kühlschrank hält sich der fertige Salat gut abgedeckt ungefähr zwei Tage.

Viel länger würde ich ihn wegen Hähnchen, Ei und Crème fraîche nicht aufbewahren.

Wichtig ist außerdem, ihn nicht stundenlang bei Raumtemperatur stehen zu lassen.

Gerade auf einem Sommerbuffet stelle ich lieber zunächst nur einen Teil auf den Tisch und bewahre den Rest im Kühlschrank auf.

Wenn die Schüssel leer wird, kann man nachfüllen.

So bleibt der Salat frisch.

Einfrieren würde ich ihn nicht.

Eier, Gurken und Crème fraîche verändern nach dem Auftauen ihre Konsistenz und das Ergebnis wäre wahrscheinlich eher enttäuschend.

Zum Glück ist die Menge relativ überschaubar und Reste verschwinden bei uns normalerweise schnell.

Am nächsten Tag schmeckt er übrigens hervorragend in einem Sandwich.

Ein Stück kräftiges Brot, etwas Salat darauf und vielleicht ein Blatt grüner Salat dazu – fertig ist ein schnelles Mittagessen.

Man kann ihn auch in eine Wrap-Flade geben.

Dann würde ich etwas weniger Dressing verwenden, damit nichts herausläuft.

Für mich ist genau das der Charme solcher alten, einfachen Rezepte. Sie brauchen keine besonders teuren Zutaten und keine komplizierte Dekoration.

Ein bisschen Hähnchen, einige Eier, Möhren, Gurken und ein einfaches Dressing reichen.

Und trotzdem steht am Ende etwas auf dem Tisch, das sättigt und richtig gut schmeckt.

Ich glaube, solche Salate sind ein bisschen in Vergessenheit geraten, weil heute ständig neue Kombinationen und ausgefallene Zutaten auftauchen.

Dabei gibt es überhaupt keinen Grund, einen guten Klassiker nicht wieder hervorzuholen.

Gerade dass dieser Salat ohne Mayonnaise auskommt, gefällt mir inzwischen sogar besser als die schweren Varianten von früher.

Er ist cremig, aber nicht erschlagend.

Die eingelegten Gurken geben ihm Frische, Dill sorgt für Aroma und das Hähnchen macht daraus mehr als nur eine kleine Beilage.

Wenn ich ihn für die Familie mache, stelle ich meistens einfach Brot daneben und das Abendessen ist erledigt.

Und falls Gäste kommen, sieht er in einer schönen Glasschüssel genauso gut auf dem Buffet aus.

Keine komplizierte Küche, kein stundenlanges Vorbereiten – einfach ein ehrlicher Salat aus Zutaten, die man kennt.

Und genau deshalb landet dieser „vergessene“ Klassiker bei uns inzwischen wieder regelmäßig auf dem Tisch.

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