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Hühnchen aus dem Laden in Salzwasser einweichen? Was diese Methode wirklich bringt

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Danach lasse ich das Hähnchen ungefähr zehn Minuten ruhen.

Nicht sofort anschneiden.

Während dieser Ruhezeit verteilt sich der Fleischsaft besser.

Das Ergebnis ist meistens deutlich saftiger.

Auch für Hähnchenschenkel funktioniert es

Eigentlich finde ich Schenkel sogar noch unkomplizierter.

Sie enthalten mehr Fett als Hähnchenbrust und bleiben deshalb von Natur aus saftiger.

Trotzdem profitieren sie geschmacklich von der Lake.

Ich lasse sie ungefähr zwei bis drei Stunden ziehen.

Danach trocknen, würzen und bei etwa 200 °C im Ofen garen, bis die Haut schön knusprig ist und das Fleisch vollständig durchgegart ist.

Dazu passen Kartoffeln, Reis oder einfach ein großer Salat.

Wenn ich wenig Zeit habe, gebe ich Kartoffelspalten direkt mit aufs Blech.

Dann hat man fast das ganze Abendessen in einem Durchgang fertig.

Was ich nicht machen würde

Ich würde rohes Hähnchen nicht stundenlang bei Zimmertemperatur in einer Schüssel stehen lassen.

Auch nicht, wenn Salz oder Zitronensäure im Wasser sind.

Die Lake gehört in den Kühlschrank.

Ich würde das Fleisch außerdem nicht unter fließendem Wasser abspülen.

Die Vorstellung, dass man dadurch „Keime abwäscht“, klingt zwar logisch, aber man verteilt sie unter Umständen nur in der Küche.

Die eigentliche Sicherheit entsteht durch sauberes Arbeiten und vollständiges Durchgaren.

Ein eigenes Schneidebrett für rohes Geflügel finde ich ebenfalls praktisch.

Danach mit heißem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen.

Messer und Hände natürlich genauso.

Was ich auch nicht mache: die benutzte Salzlake später als Sauce verwenden.

Darin lag rohes Geflügel.

Die Lake wird entsorgt.

Wenn ich eine Sauce möchte, setze ich sie separat an.

Zitronensäure – nötig oder nicht?

Ich sehe dafür im Alltag keinen großen Bedarf.

Ein kleiner Spritzer Zitrone kann Geschmack bringen.

Aber wenn man bereits Salzlake verwendet, reicht das völlig.

Starke Säure und lange Einwirkzeit können die Fleischstruktur verändern.

Das kennt man beispielsweise von sehr sauren Marinaden.

Die Oberfläche wird dann manchmal ungewöhnlich weich.

Für mich ist eine klassische Salzlake deshalb einfacher und berechenbarer.

Wasser, Salz und eventuell ein paar Gewürze.

Mehr braucht es nicht.

Trocken salzen funktioniert übrigens auch

Nicht immer möchte ich eine riesige Schüssel mit Wasser im Kühlschrank stehen haben.

Dann mache ich eine sogenannte trockene Salzlake.

Dabei wird das Hähnchen einfach rundherum mit einer kleinen Menge Salz eingerieben und anschließend mehrere Stunden offen oder locker abgedeckt im Kühlschrank gelagert.

Das Salz zieht zunächst etwas Feuchtigkeit aus dem Fleisch.

Später wird diese salzige Flüssigkeit wieder aufgenommen.

Gerade bei einem ganzen Hähnchen gefällt mir diese Methode sehr gut, weil die Haut dabei trocken bleibt.

Und genau das sorgt später für besonders knusprige Haut.

Für ein etwa 1,5 kg schweres Hähnchen verwende ich ungefähr 1 bis 1,5 Prozent Salz bezogen auf das Fleischgewicht.

Dann über Nacht in den Kühlschrank.

Am nächsten Tag nur noch würzen und backen.

Kein Wasserbad nötig.

Wann ich lieber gar nichts einlege

Bei sehr kleinen Hähnchenstücken lohnt sich der Aufwand nicht immer.

Wenn ich zum Beispiel dünne Streifen für eine Gemüsepfanne mache, würze ich sie einfach direkt und brate sie schnell an.

Dasselbe gilt für kleine Stücke für Curry oder Geschnetzeltes.

Eine Salzlake ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Fleisch relativ groß ist oder längere Zeit gegart wird.

Ganze Hähnchen.

Brustfilets.

Große Schenkel.

Dort merkt man den Unterschied stärker.

Ein weiterer Punkt: marinierte Ware aus dem Supermarkt

Bei bereits gewürztem oder mariniertem Geflügel würde ich keine Salzlake mehr verwenden.

Solche Produkte enthalten oft bereits Salz.

Legt man sie zusätzlich in eine Lake, kann das Ergebnis viel zu salzig werden.

Dasselbe gilt für Geflügel, das bereits industriell mit Salzlösung behandelt wurde.

Deshalb schaue ich auf die Verpackung.

Steht dort etwas von zugesetztem Wasser oder Salz, passe ich die Methode entsprechend an.

Bei einfachem frischem Hähnchen ohne Marinade funktioniert die klassische Lake am besten.

Wie lange kann man es aufbewahren?

Rohes Geflügel sollte immer möglichst frisch verarbeitet werden.

Wenn ich es in Salzlake gelegt habe, plane ich normalerweise so, dass es danach direkt gekocht oder gebacken wird.

Ich lege es nicht ein, nehme es heraus und lasse es danach noch tagelang liegen.

Nach dem Garen kommen Reste möglichst schnell in den Kühlschrank.

Dort bewahre ich sie gut verschlossen auf und verwende sie zeitnah.

Übrig gebliebenes Brathähnchen ist übrigens perfekt für Salate, Wraps oder Sandwiches.

Das ist bei uns häufig das Mittagessen am nächsten Tag.

Mein Fazit nach vielen Versuchen

Ich würde Hähnchen nicht deshalb in Salzwasser legen, weil ich glaube, dadurch würden Hormone oder Antibiotika „herausgezogen“.

Dafür gibt es keine verlässliche Grundlage.

Aber als Kochmethode finde ich Salzlake richtig gut.

Das Fleisch wird gleichmäßiger gewürzt.

Hähnchenbrust bleibt leichter saftig.

Ein ganzes Brathähnchen verzeiht etwas mehr beim Garen.

Und die Methode kostet fast nichts.

Wasser und Salz hat jeder zu Hause.

Wenn ihr es ausprobieren möchtet, würde ich es ganz einfach halten: eine milde Lake, immer im Kühlschrank, nicht zu lange einlegen und danach das Fleisch gründlich trocknen.

Mehr braucht es eigentlich nicht.

Seit ich es so mache, ist ein Brathähnchen bei uns wesentlich zuverlässiger saftig geworden.

Und ganz nebenbei habe ich gelernt, dass ein guter Küchentipp oft auch dann nützlich sein kann, wenn die ursprüngliche Erklärung dahinter nicht ganz stimmt.

Salzwasser ist kein „Entgifter“ – aber für saftiges Hähnchen kann es wirklich Gold wert sein.

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