Jetzt kommt der Teil, bei dem viele unnötig kämpfen.
Ein Ei aus dem kalten Wasser nehmen und zunächst vorsichtig auf der Arbeitsfläche anklopfen.
Ich beginne gerne am breiteren Ende des Eis. Dort befindet sich normalerweise die Luftkammer und häufig lässt sich genau dort am einfachsten ein Anfang finden.
Die Schale rundherum leicht anknacken.
Dann das Ei mit wenig Druck unter der Handfläche über die Arbeitsfläche rollen. Dadurch entstehen viele kleine Risse in der Schale.
Jetzt am breiten Ende ein kleines Stück Schale entfernen.
Wichtig ist, nicht nur einzelne winzige Schalenstücke abzupulen. Versuchen Sie, mit dem Finger unter die dünne Membran zu gelangen, die direkt unter der Schale sitzt.
Hat man diese Membran einmal erwischt, lassen sich häufig größere Stücke der Schale auf einmal abziehen.
Genau hier liegt einer der größten Unterschiede zwischen mühsamem und einfachem Schälen.
Unter Wasser geht es oft noch leichter
Wenn die Schale trotzdem hartnäckig klebt, gibt es einen sehr einfachen Trick.
Das Ei entweder direkt in der Schüssel mit kaltem Wasser schälen oder unter einen dünnen Strahl kalten Wassers halten.
Das Wasser kann zwischen Schale beziehungsweise Membran und Eiweiß gelangen. Dadurch lassen sich festhängende kleine Stückchen häufig leichter lösen.
Ich schiebe dabei vorsichtig einen Finger unter die Membran und arbeite mich langsam um das Ei herum.
Nicht mit dem Fingernagel tief ins Eiweiß drücken. Lieber etwas Geduld haben und versuchen, die Membran als Ganzes weiterzulösen.
Bei einem gut gekochten Ei kann sich die Schale auf diese Weise teilweise in erstaunlich großen Stücken ablösen.
Hilft Natron wirklich?
Ein häufig genannter Küchentrick besteht darin, etwas Natron ins Kochwasser zu geben.
Dafür reicht ungefähr 1 Teelöffel Natron auf einen Topf Wasser.
Natron macht das Kochwasser alkalischer und kann bei manchen Eiern das spätere Schälen erleichtern.
Man sollte davon allerdings keine Wunder erwarten. Viel entscheidender sind nach meiner Erfahrung die Eier selbst, die Kochmethode und das schnelle Abkühlen.
Wer Natron zu Hause hat, kann den Trick problemlos ausprobieren. Extra kaufen würde ich es nur zum Eierkochen aber nicht unbedingt.
Und was ist mit Essig?
Auch Essig wird häufig ins Kochwasser gegeben. Er hat allerdings einen anderen praktischen Vorteil: Wenn ein Ei während des Kochens einen kleinen Riss bekommt, kann Säure dabei helfen, austretendes Eiweiß schneller gerinnen zu lassen.
Für das eigentliche leichte Schälen würde ich mich deshalb nicht allein auf Essig verlassen.
Das kalte Wasser beziehungsweise Eisbad nach dem Kochen ist wesentlich wichtiger.
Die richtige Kochzeit
Auch die gewünschte Konsistenz spielt eine Rolle.
Für klassische hartgekochte Eier kann man sich ungefähr an diesen Zeiten orientieren:
9 Minuten: Eigelb weitgehend fest, in der Mitte eventuell noch etwas weicher.
10 Minuten: Eigelb fest, aber noch angenehm saftig.
11–12 Minuten: vollständig hartgekocht.
Viel länger würde ich Eier normalerweise nicht kochen.
Zu langes Kochen verbessert die Schäleigenschaften nicht automatisch. Stattdessen kann das Eigelb trocken werden und am Rand eine grau-grünliche Verfärbung bekommen.
Das ist zwar normalerweise kein Zeichen dafür, dass das Ei verdorben ist, sieht aber gerade bei halbierten Eiern nicht besonders appetitlich aus.
Wenn gleich zehn oder zwölf Eier geschält werden müssen
Gerade für Familienfeiern, Salate oder Ostern kocht man häufig nicht nur zwei Eier.
Dann lohnt es sich, systematisch vorzugehen.
Alle Eier nach dem Kochen gemeinsam ins Eiswasser geben und vollständig abkühlen lassen.
Danach ein Ei nach dem anderen rundherum anklopfen und leicht rollen.
Erst anschließend schälen.
Eine Schüssel mit Wasser daneben ist praktisch. Darin kann man die Eier schälen und gleichzeitig kleine Schalenreste abspülen.
So geht eine größere Menge wesentlich schneller.
Was ich nicht machen würde
Im Internet findet man allerlei spektakuläre Methoden: Eier in Gläser geben und kräftig schütteln, in geschlossenen Behältern hin und her schlagen oder mit verschiedenen Gegenständen bearbeiten.
Bei manchen Eiern funktioniert das tatsächlich.
Bei anderen hat man anschließend statt eines schön geschälten Eis einfach ein zerdrücktes Ei.
Gerade wenn die Eier später dekorativ angerichtet oder halbiert werden sollen, ist die klassische Methode wesentlich zuverlässiger.
Anklopfen, vorsichtig rollen, am breiten Ende beginnen und die Membran lösen – mehr braucht es normalerweise nicht.
Mein einfachster Ablauf
Wenn ich weiß, dass ich schöne hartgekochte Eier brauche, nehme ich möglichst Eier, die schon einige Tage im Kühlschrank liegen.
Dann bringe ich Wasser zum Kochen und setze die Eier vorsichtig hinein.
Für hartgekochte Eier lasse ich sie ungefähr 10 bis 12 Minuten garen.
Währenddessen steht bereits eine Schüssel mit Eiswasser bereit.
Nach dem Kochen kommen die Eier ohne Wartezeit direkt hinein und bleiben dort mindestens fünf Minuten.
Anschließend klopfe ich die Schale rundherum leicht an, rolle das Ei vorsichtig über die Arbeitsfläche und beginne am breiten Ende.
Wenn sich die Membran nicht sofort löst, schäle ich das Ei direkt unter Wasser weiter.
Das klingt fast zu simpel, funktioniert aber zuverlässiger als viele vermeintliche Geheimtricks.
Noch ein kleiner Tipp für schöne Eier
Wenn die Eier für gefüllte Eier, Salate oder ein Buffet gedacht sind, würde ich sie nicht erst unmittelbar vor dem Servieren hektisch schälen.
Man kann sie vorher kochen, vollständig abkühlen lassen und anschließend in Ruhe schälen.
Nach dem Schälen noch einmal kurz mit kaltem Wasser abspülen, damit wirklich keine kleinen Schalenreste daran haften.
Dann trocken tupfen und bis zur Verwendung abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
So bekommt man glatte, saubere hartgekochte Eier, ohne jedes Mal beim Schälen die Hälfte des Eiweißes mit abzureißen.
Der wichtigste Trick ist also erstaunlich unspektakulär: richtig kochen, sofort eiskalt abschrecken, die gesamte Schale leicht anknacken und am breiten Ende unter die Membran gehen. Genau diese kleinen Schritte machen beim Schälen den größten Unterschied.
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