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Sie war 1,2 m groß, er wog 227 kg: Ihre 12 missgebildeten Kinder schockierten die Wissenschaft (1897).

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Die Situation wurde durch Sarahs enges Becken und die ungewöhnliche Lage des Babys zusätzlich erschwert. Dank ihrer Expertise erkannte Martha das Problem sofort nach der Geburt: Sarahs Füße waren so stark nach innen gebeugt, dass die Fußsohlen nach innen zeigten. Ihre Knöchel waren in Winkeln verdreht, die auf natürlichem Wege unmöglich sind.

Die Fußfehlstellung, Hallux valgus (Talipes aquinina), war so schwerwiegend, dass Martha bezweifelte, dass das Baby jemals normal laufen würde. Sie nannten ihn James. Trotz seiner deformierten Füße wurde er gestillt und entwickelte sich prächtig. Sarah weinte vor Erleichterung, ihn lebend zu sehen, und betrachtete ihn als ein wahres Geschenk. Doch als sie sechs Monate später erneut schwanger wurde, äußerte Martha ihre Bedenken, die Sarah ignorierte.

Ihr zweites Kind, geboren im Mai 1892, hatte einen ähnlichen Klumpfuß, jedoch mit einem Unterschied: Seine Wirbelsäule war abnormal nach links gekrümmt, wodurch sich zwischen seinen Schulterblättern ein Buckel bildete, der sich mit zunehmendem Alter verschlimmerte. Die Nachricht von dieser angeborenen Fehlbildung verbreitete sich in den abgelegenen, über die Berge verstreuten Siedlungen.

Die anfangs herzlichen und freundschaftlichen Familien entfremdeten sich, als Sarah im März 1893 Zwillinge zur Welt brachte. Beide litten unter Schädelfehlbildungen, die zu deformierten Schädeln und ungewöhnlich hohen Stirnen führten. Aus dem Getuschel wurden Verurteilungen. Eine Frau sagte zu Martha, Gott bestrafe unnatürliche Verbindungen und Menschen wie Sarah und Benjamin sollten niemals heiraten.

Martas Tagebucheinträge wurden zunehmend distanzierter, als ob emotionale Distanz sie vor dem, was sie gesehen hatte, schützen könnte. Die Zwillinge, die ihre Eltern David und Daniel genannt hatten, wiesen identische Fehlbildungen auf: unverhältnismäßig große Köpfe und weit auseinanderstehende Augen. Ihre kognitive Entwicklung war um mehrere Monate hinter der von normalen Säuglingen zurück.

Auch sie überlebten, und ihre Schreie verstärkten das wachsende Chaos im Haus. Die vierte Schwangerschaft ängstigte Martha zutiefst. Sie flehte Sara an, aufzuhören, und erklärte ihr so ​​sanft wie möglich, dass jede Geburt immer größeres Leid mit sich bringe. Sara weigerte sich, darüber zu sprechen. Ob aus religiöser Überzeugung, Verleugnung oder einfach aus Akzeptanz einer Situation, die sie nicht beeinflussen konnte – sie trug die Schwangerschaft aus. Das Mädchen, geboren im November 1894, hatte Hände, wie Martha sie noch nie beschrieben hatte. Ihre Finger hatten sich während der Entwicklung nicht richtig getrennt, sodass spatelförmige Gliedmaßen mit leichten Vertiefungen an den Stellen entstanden waren, wo die Zehen gewesen waren. Von da an blieben die Nachbarsfamilien zu Besuch. Den Kindern wurde verboten, sich dem Anwesen der Caldwells zu nähern, und ihre Eltern warnten sie, dass sich der Fluch, der auf der Familie lastete, ausbreiten könnte.

Der Besitzer des nächstgelegenen Dorfladens verweigerte Benjamin einen Kredit, sodass seine Cousins ​​gezwungen waren, für die Familie einzukaufen. Die Isolation wurde fast vollständig. Martha begleitete weiterhin Geburten, getrieben von ihren beruflichen Verpflichtungen und vielleicht auch von einer morbiden Faszination dafür, das zu dokumentieren, was die Medizin noch nie gesehen hatte.

Ihre Aufzeichnungen aus dieser Zeit offenbaren einen inneren Konflikt. Sie beschreibt ein Gefühl der Mitschuld an der sich entfaltenden Tragödie, während sie gleichzeitig erkennt, dass die Mütter und Kinder ohne ihre Hilfe wahrscheinlich an den Rand gedrängt worden wären. Die moralische Last dieser Schwangerschaften, bei denen jedes Kind mit noch schwereren Verletzungen als das vorherige geboren wurde, quälte sie zutiefst. Ihr Tagebuch zeigt deutlich, dass bis 1895 alle Beteiligten dieses Muster erkannt hatten.

Jede Schwangerschaft endete mit der Geburt eines Kindes mit schweren Fehlbildungen. Jede Geburt vertiefte die Isolation der Familie. Jedes neue Kind bedeutete sowohl ein gerettetes Leben als auch eine Zukunft, die von irreversiblen körperlichen Behinderungen geprägt war. Trotzdem versuchten Sarah und Benjamin es weiter, vielleicht aufgrund mangelnder Informationen über Verhütung, religiöser Verbote oder des tiefen menschlichen Wunsches, trotz aller Widrigkeiten eine Familie zu gründen.

Die ersten vier Kinder schufen einen erschreckenden Präzedenzfall. Medizinische Aufzeichnungen deuteten darauf hin, dass dies erst der Anfang war. Dr. Garretts erster Besuch im März 1897 war durch Gerüchte veranlasst worden. Doch was seine Neugier in eine Besessenheit verwandelte, war ein Brief von Martha Combmes, den er drei Wochen später erhielt.

Die Hebamme, die jahrelang geschwiegen hatte, beschloss schließlich, Hilfe zu suchen. In ihren Briefen war nicht von vier, sondern von acht Kindern die Rede, und zwischen 1895 und 1896 kamen vier weitere Kinder zur Welt, während Garrett nichts von der Existenz der Familie ahnte. Anfang April kehrte er ins Tal zurück, diesmal vorbereitet und ausgerüstet.

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