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Leben ohne App: Geht analoger Alltag noch?

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Was bedeutet eigentlich „echte Welt“?

Wenn ich sage, dass ich einfach in der echten Welt existieren möchte, ohne ständig an einer digitalen Leine zu hängen, meine ich damit vor allem eines: Ich möchte alltägliche Situationen unmittelbar erleben und erledigen können.

Ich möchte in ein Geschäft gehen und dort einkaufen. Ich möchte mein Auto abstellen können. Ich möchte ein Paket abholen. Ich möchte eine Speisekarte ansehen. Ich möchte bezahlen und anschließend weitergehen.

Das sind keine außergewöhnlichen Wünsche. Es sind alltägliche Handlungen.

Doch manchmal scheint zwischen die eigentliche Handlung und den Menschen eine zusätzliche digitale Ebene geschoben zu werden. Bevor man etwas tun kann, muss man zuerst sein Telefon benutzen. Man muss etwas öffnen, bestätigen oder einrichten.

Gerade diese zusätzliche Ebene kann dazu führen, dass etwas Einfaches plötzlich weniger direkt wirkt.

Der persönliche Kontakt gehört für mich dazu

Ein weiterer Punkt ist der menschliche Kontakt. Nicht jeder Vorgang muss zu einem längeren Gespräch führen, aber für mich gehört es zum normalen Alltag, gelegentlich einem Menschen gegenüberzustehen.

An einer Kasse gibt es zumindest einen direkten Kontakt. Bei einer Frage kann man jemanden ansprechen. Wenn etwas unklar ist, gibt es eine Person, an die man sich wenden kann.

Bei vollständig automatisierten Abläufen verlagert sich dieser Kontakt auf einen Bildschirm. Das kann effizient wirken, verändert aber gleichzeitig die Erfahrung.

Ich möchte nicht, dass jeder kleine Vorgang möglichst kontaktlos und vollständig automatisiert werden muss. Manchmal ist die direkte Variante für mich einfach angenehmer.

Wahlfreiheit statt Digitalzwang

Vielleicht ist genau das der Kern der ganzen Diskussion: Es geht nicht um analog gegen digital. Es geht um die Möglichkeit, zwischen beiden Varianten wählen zu können.

Niemand muss auf praktische digitale Angebote verzichten. Wenn jemand sein Parken gerne per Smartphone bezahlt, seine Treuepunkte digital sammelt oder an einer SB-Kasse besonders schnell zurechtkommt, ist das völlig in Ordnung.

Aber genauso sollte es in Ordnung sein, diese Möglichkeiten nicht nutzen zu wollen.

Ein moderner Alltag könnte beides nebeneinander ermöglichen: digitale Lösungen für diejenigen, die sie bevorzugen, und einfache klassische Wege für diejenigen, die sie weiterhin nutzen möchten.

Dann wäre Technik tatsächlich eine Erweiterung der Möglichkeiten und keine Voraussetzung dafür, überhaupt teilnehmen zu können.

Gerade alltägliche Dinge sollten einfach bleiben

Bei großen oder komplizierten Aufgaben lässt sich nachvollziehen, dass bestimmte technische Schritte notwendig sein können. Aber bei den kleinen Dingen des täglichen Lebens entsteht schnell die Frage, ob zusätzliche digitale Prozesse wirklich immer einen Vorteil bringen.

Ein Paket abzuholen, eine Speisekarte anzusehen oder zu bezahlen sind einfache Vorgänge. Wenn dafür zusätzliche Registrierungsschritte erforderlich werden, kann sich das Verhältnis umkehren: Statt den Alltag einfacher zu machen, erzeugt die Technik zunächst eine zusätzliche Aufgabe.

Das bedeutet nicht, dass digitale Lösungen grundsätzlich kompliziert sind. Es bedeutet lediglich, dass ihre Einfachheit davon abhängt, ob man sie kennt, nutzen möchte und die notwendigen Voraussetzungen gerade zur Verfügung hat.

Für mich sollte deshalb immer auch ein direkter Weg erhalten bleiben.

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