Es gibt Rezepte, bei denen man schon beim ersten Bissen merkt, warum sie seit Generationen immer wieder gemacht werden. Faschingskrapfen gehören für mich eindeutig dazu. Außen goldbraun, innen unglaublich weich und luftig und in der Mitte eine ordentliche Portion fruchtige Marmelade – frisch zubereitet und noch leicht warm schmecken sie einfach herrlich.
Viele kaufen ihre Krapfen beim Bäcker, weil Hefeteig auf den ersten Blick kompliziert wirkt. Dabei ist die Zubereitung zu Hause gar nicht so schwierig. Man muss dem Teig lediglich genügend Zeit geben. Genau diese Ruhezeit ist entscheidend dafür, dass die Krapfen später schön aufgehen und ihre typische fluffige Konsistenz bekommen.
Besonders schön finde ich, dass man bei selbstgemachten Krapfen selbst entscheiden kann, womit sie gefüllt werden. Klassisch gehört Aprikosenkonfitüre hinein, aber auch Himbeer-, Erdbeer- oder Pflaumenmarmelade schmeckt wunderbar. Wer es besonders cremig mag, kann sie sogar mit Vanillecreme füllen.
Zutaten
550 g Weizenmehl
120 g Butter, weich
2 gehäufte EL Zucker
16 g frische Hefe
½ TL Salz
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
3 Eigelb
ca. 200–220 ml Milch
1 EL Rum, optional
abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone, optional
Außerdem:
Aprikosenkonfitüre oder Marmelade nach Geschmack
Puderzucker zum Bestäuben
neutrales Pflanzenöl oder Butterschmalz zum Ausbacken
Zubereitung
Zunächst die Milch leicht erwärmen. Sie sollte lediglich lauwarm und keinesfalls heiß sein. Die Hefe hineinbröseln, einen kleinen Teil des Zuckers dazugeben und alles verrühren, bis sich die Hefe weitgehend aufgelöst hat.
Das Mehl in eine große Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Hefemilch hineingießen und mit etwas Mehl vom Rand verrühren. Die Schüssel abdecken und diesen Vorteig ungefähr 10 bis 15 Minuten stehen lassen.
Anschließend Zucker, Vanillezucker, Salz, Eier und Eigelb dazugeben. Wer möchte, gibt außerdem etwas Rum und Zitronenschale hinein. Alles zunächst langsam miteinander verkneten.
Nun nach und nach die weiche Butter einarbeiten. Den Teig mehrere Minuten kräftig kneten. Er sollte am Ende glatt, elastisch und weich sein. Gerade bei Krapfen lohnt es sich, beim Kneten nicht zu früh aufzuhören. Ein gut ausgearbeiteter Hefeteig sorgt später für die besonders lockere Krume.
Den fertigen Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht bemehlte Schüssel legen. Mit einem sauberen Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen deutlich vergrößert hat. Je nach Raumtemperatur dauert das ungefähr 60 bis 90 Minuten.
Danach den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben. Nicht mehr kräftig durchkneten, sondern nur vorsichtig formen. Gleich große Portionen abteilen und jede Portion zu einer möglichst glatten Kugel formen.
Die Teiglinge mit ausreichend Abstand auf die Arbeitsfläche oder ein bemehltes Tuch legen. Wieder abdecken und noch einmal ungefähr 30 bis 45 Minuten gehen lassen. Sie sollten sichtbar größer und sehr weich geworden sein.
Währenddessen das Fett in einem ausreichend großen Topf oder einer tiefen Pfanne auf ungefähr 165–170 °C erhitzen. Die Temperatur ist bei Krapfen besonders wichtig. Ist das Fett zu heiß, werden sie außen schnell dunkel, während der Teig innen noch nicht vollständig durchgebacken ist. Bei zu niedriger Temperatur nehmen sie dagegen unnötig viel Fett auf.
Die aufgegangenen Krapfen vorsichtig ins heiße Fett setzen. Nicht zu viele gleichzeitig hineingeben, denn sie brauchen Platz.
Zunächst auf einer Seite goldbraun ausbacken, anschließend vorsichtig wenden und die zweite Seite ebenfalls backen. Je nach Größe benötigen sie ungefähr 2 bis 3 Minuten pro Seite.
Die fertigen Krapfen mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen.
Jetzt kommt die Füllung
Die Aprikosenkonfitüre glatt rühren. Ist sie sehr fest, kann man sie kurz erwärmen. Anschließend in einen Spritzbeutel mit langer Fülltülle geben.
Seitlich vorsichtig in jeden Krapfen stechen und etwas Konfitüre hineinspritzen. Hier darf man ruhig großzügig sein – gerade die Kombination aus luftigem Hefeteig und fruchtiger Füllung macht einen guten Faschingskrapfen aus.
Zum Schluss vollständig oder zumindest etwas abkühlen lassen und großzügig mit Puderzucker bestäuben.
Frisch schmecken die Krapfen eindeutig am besten. Innen sollten sie wunderbar weich und luftig sein, während außen nur eine dünne goldbraune Schicht entsteht. Und wenn beim ersten Bissen die Aprikosenkonfitüre zum Vorschein kommt, weiß man, warum sich die zusätzliche Arbeit gegenüber gekauften Krapfen lohnt.
Wer einmal einen noch leicht warmen, selbstgemachten Faschingskrapfen probiert hat, wird beim nächsten Fasching wahrscheinlich zweimal überlegen, ob er wirklich zum Bäcker gehen muss.
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