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Rotkohl, Blaubeeren und Hibiskus enthalten von Natur aus verschiedene Pflanzenstoffe und sorgen gleichzeitig für die außergewöhnliche Farbe dieses Getränks. Besonders Rotkohl und Blaubeeren sind für ihren Gehalt an Anthocyanen bekannt. Statt das Getränk jedoch als „natürliches Morphium“ oder als Behandlung gegen Arthritis-, Muskel- oder Gelenkbeschwerden zu bezeichnen, lässt es sich treffender als farbenfrohes, pflanzenbasiertes Getränk beschreiben, das eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen kann.
Die Kombination ist auch geschmacklich interessant. Während die Blaubeeren eine milde Fruchtigkeit mitbringen, sorgt Hibiskus für eine deutlich säuerlichere und erfrischende Note. Der Rotkohl bleibt geschmacklich eher im Hintergrund, verleiht dem Getränk jedoch seine intensive Grundfarbe.
Besonders interessant wird es, sobald Zitronensaft hinzukommt. Die natürlichen Farbstoffe des Rotkohls reagieren auf Veränderungen des Säuregrades. Deshalb kann sich auch die Farbe des Getränks sichtbar verändern.
## Zutaten
Für mehrere Gläser benötigen Sie:
* 1/2 Kopf Rotkohl, grob gehackt
* 1 Tasse frische oder tiefgekühlte Blaubeeren
* 2 Esslöffel getrocknete Hibiskusblüten
* 4–5 Tassen Wasser
* 1/2 Tasse frisch gepressten Zitronensaft
* 3–4 Esslöffel Honig nach Geschmack
Alternativ können Sie ein anderes geeignetes Süßungsmittel verwenden.
Zum Servieren:
* Eiswürfel
* frische Zitronenscheiben
* einige Minzblätter
## Schritt 1: Rotkohl vorbereiten
Entfernen Sie zunächst die äußeren Blätter des Rotkohls. Schneiden Sie den Kohl anschließend in grobe Stücke. Besonders fein muss er nicht geschnitten werden, da die festen Bestandteile später ohnehin wieder entfernt werden.
Waschen Sie auch die Blaubeeren kurz unter kaltem Wasser, wenn Sie frische Früchte verwenden. Tiefgekühlte Blaubeeren können direkt in den Topf gegeben werden.
## Schritt 2: Zutaten langsam erhitzen
Geben Sie den gehackten Rotkohl zusammen mit den Blaubeeren und den getrockneten Hibiskusblüten in einen ausreichend großen Topf.
Gießen Sie zunächst vier Tassen Wasser darüber. Falls die Zutaten nicht ausreichend bedeckt sind, können Sie noch etwas zusätzliches Wasser hinzufügen.
Bringen Sie die Mischung langsam zum Kochen.
Sobald das Wasser kocht, reduzieren Sie die Temperatur deutlich. Die Mischung sollte anschließend nur noch leicht köcheln.
Lassen Sie alles etwa 15 bis 20 Minuten ziehen und köcheln.
Schon nach wenigen Minuten werden Sie bemerken, wie sich das Wasser verändert. Rotkohl, Blaubeeren und Hibiskus geben ihre natürlichen Farbstoffe ab und die Flüssigkeit bekommt nach und nach eine intensive dunkelviolette bis rötlich-violette Farbe.
## Schritt 3: Flüssigkeit abseihen
Stellen Sie ein feines Küchensieb über eine große hitzebeständige Schüssel oder einen zweiten Topf.
Gießen Sie die gekochte Mischung vorsichtig durch das Sieb.
Drücken Sie die Zutaten nicht unbedingt stark aus. Lassen Sie die Flüssigkeit lieber langsam durch das Sieb laufen, damit möglichst wenige feste Bestandteile im Getränk landen.
Die ausgekochten festen Zutaten werden für das Getränk anschließend nicht mehr benötigt.
Nun haben Sie eine kräftig gefärbte Flüssigkeit, die zunächst etwas abkühlen sollte.
## Schritt 4: Jetzt kommt die Zitrone
Dieser Schritt ist nicht nur für den Geschmack interessant.
Geben Sie den frisch gepressten Zitronensaft langsam zur noch warmen, aber nicht mehr kochenden Flüssigkeit.
Rühren Sie dabei vorsichtig um.
Beobachten Sie die Farbe.
Je nach verwendetem Rotkohl und der Menge des Zitronensaftes kann sich der ursprüngliche Farbton sichtbar verändern. Genau dieser kleine Effekt macht die Zubereitung besonders interessant.
Geschmacklich bringt die Zitrone gleichzeitig Frische in das Getränk und harmoniert sehr gut mit den säuerlichen Hibiskusnoten und den Blaubeeren.
## Schritt 5: Nach Geschmack süßen
Jetzt können Sie entscheiden, wie süß das Getränk werden soll.
Beginnen Sie beispielsweise mit zwei Esslöffeln Honig und probieren Sie anschließend.
Wer es süßer mag, gibt einen weiteren Esslöffel hinzu.
Da sowohl Hibiskus als auch Zitrone eine deutliche Säure besitzen, kann etwas Süße den Geschmack abrunden. Wie viel tatsächlich benötigt wird, hängt jedoch stark vom persönlichen Geschmack und von der Süße der verwendeten Blaubeeren ab.
Wer Zucker reduzieren möchte, kann das Getränk auch ungesüßt lassen oder ein bevorzugtes geeignetes Süßungsmittel verwenden.
## Schritt 6: Abkühlen lassen
Lassen Sie das fertige Getränk zunächst vollständig auf Raumtemperatur abkühlen.
Anschließend können Sie es in saubere Glasflaschen oder einen verschließbaren Glaskrug füllen und in den Kühlschrank stellen.
Gut gekühlt schmeckt die Mischung besonders erfrischend.
Vor dem Einschenken kann die Flasche oder der Krug kurz geschwenkt beziehungsweise umgerührt werden.
## So wird das Getränk serviert
Füllen Sie einige Eiswürfel in ein hohes Glas und gießen Sie das gekühlte violette Getränk darüber.
Geben Sie anschließend eine dünne Zitronenscheibe hinein.
Ein kleiner Zweig frische Minze sorgt zusätzlich für ein frisches Aroma und macht das Getränk optisch noch ansprechender.
Wer möchte, kann einige frische Blaubeeren direkt ins Glas geben.
So entsteht aus wenigen einfachen Zutaten ein außergewöhnlich aussehendes Getränk, das sich besonders an warmen Tagen als Alternative zu stark gesüßten Fertiggetränken anbietet.
## Warum Rotkohl und Blaubeeren so intensiv färben
Die auffällige Farbe ist kein künstlicher Effekt.
Rotkohl und Blaubeeren enthalten natürliche Pflanzenpigmente, die als Anthocyane bezeichnet werden. Diese Stoffe gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und kommen unter anderem in violetten, roten und blauen Obst- und Gemüsesorten vor.
Auch Hibiskus trägt zur kräftigen Farbe des Getränks bei.
Gerade deshalb sieht das Ergebnis je nach verwendeten Zutaten jedes Mal etwas anders aus. Manche Mischungen werden dunkelviolett, andere eher rubinrot oder kräftig pink.
## Kann man das Rezept verändern?
Natürlich.
Wer den Hibiskusgeschmack zu intensiv findet, kann zunächst nur einen Esslöffel verwenden. Wer dagegen eine deutlich säuerliche Note bevorzugt, kann etwas mehr Hibiskus oder Zitronensaft hinzufügen.
Auch die Wassermenge lässt sich verändern. Mit weniger Wasser entsteht ein intensiveres Getränk, während zusätzliche Flüssigkeit den Geschmack milder macht.
Bei der Süße lohnt es sich ebenfalls, zunächst sparsam zu sein. Nachsüßen ist schließlich jederzeit möglich.
Wichtig ist vor allem, das Getränk nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung zu betrachten. Rotkohl, Blaubeeren, Hibiskus, Zitrone und Honig können Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung sein, ersetzen aber keine ärztlich empfohlene Behandlung von Gelenk-, Muskel- oder anderen gesundheitlichen Beschwerden.
Geschmacklich braucht dieses Rezept ohnehin keine außergewöhnlichen Heilversprechen.
Seine intensive natürliche Farbe, der fruchtig-säuerliche Geschmack und die überraschende Farbveränderung durch die Zitrone machen es bereits zu einem Getränk, das man zumindest einmal ausprobieren möchte.
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