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Nachts im Garten: Wenn die zweite Schicht beginnt

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Es ist 22 Uhr. Die Rollläden gehen herunter, im Haus wird es ruhig und für uns scheint der Tag vorbei zu sein. Doch draußen beginnt im Garten keineswegs die Pause. Vielmehr findet ein Wechsel statt: Die Tiere des Tages ziehen sich zurück, während andere Arten erst jetzt aktiv werden.

Der Garten schläft also nicht. Er wechselt gewissermaßen die Schicht. Während Rotkehlchen, Kohlmeisen und Amseln geschützte Schlafplätze aufsuchen, beginnen Igel, Fledermäuse, Eulen und andere nachtaktive Tiere ihre Runde.

Was tagsüber vertraut und ruhig wirkt, wird nach Sonnenuntergang zu einer vollkommen anderen Welt. Viele Vorgänge laufen weitgehend unbemerkt ab, weil wir sie hinter geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollläden nicht mehr beobachten.

Die Tagschicht geht vom Dienst
Mit zunehmender Dunkelheit ziehen sich viele tagaktive Gartenvögel an geschützte Orte zurück. Dabei schlafen die verschiedenen Arten keineswegs alle auf dieselbe Weise oder am gleichen Platz.

Dichte Hecken, geschützte Äste, Baumhöhlen und Nistkästen können geeignete Rückzugsorte bieten. Wichtig ist vor allem, dass der Schlafplatz möglichst vor Wind, Wetter und Störungen geschützt ist.

Das Rotkehlchen sucht Deckung
Das Rotkehlchen zieht sich am Abend häufig in geschützte Vegetation zurück. Dichtes Geäst, Sträucher und Hecken bieten ihm Deckung für die Nacht.

Tagsüber ist der kleine Vogel oft gut sichtbar, wenn er am Boden nach Nahrung sucht oder von einer niedrigen Warte aus seine Umgebung beobachtet. In der Dunkelheit verändert sich seine Aktivität jedoch deutlich.

Ein dichter, strukturreicher Garten bietet solchen Vögeln mehr Möglichkeiten, sich für die Nacht zurückzuziehen als eine vollkommen offene Fläche ohne Sträucher oder Hecken.

Die Kohlmeise verschwindet in einem geschützten Platz
Auch Kohlmeisen suchen nachts geschützte Schlafplätze auf. Nistkästen können dabei nicht nur während der Brutzeit interessant sein, sondern auch als geschützte Höhlen dienen.

Ein Nistkasten, der tagsüber leer wirkt, kann deshalb in der Dunkelheit durchaus von einem Vogel als Rückzugsort genutzt werden.

Gerade in kalten oder windigen Nächten ist ein geschützter Hohlraum eine wertvolle Möglichkeit, sich vor ungünstigen Bedingungen zurückzuziehen.

Die Amsel ruht in der Hecke
Amseln verbringen den Tag häufig sichtbar auf Rasenflächen, unter Sträuchern oder in Beeten. Dort suchen sie unter anderem nach Nahrung.

Am Abend ziehen auch sie sich zurück. Dichte Hecken und andere geschützte Bereiche können geeignete Schlafplätze bieten.

Die Hecke, die für uns tagsüber lediglich Grundstücksbegrenzung oder Sichtschutz ist, wird nachts damit zum geschützten Lebensraum.

Schlafen Vögel wirklich völlig unbewacht?
Schlaf bedeutet in der Tierwelt nicht zwangsläufig, dass sämtliche Aufmerksamkeit vollständig abgeschaltet wird.

Bei einigen Vogelarten ist sogenannter unihemisphärischer Schlaf bekannt. Dabei kann eine Gehirnhälfte stärker ruhen, während die andere vergleichsweise aktiv bleibt. Ein Auge kann dabei geöffnet bleiben.

Dieses Verhalten ist insbesondere bei bestimmten Wasser- und Zugvögeln dokumentiert. Es sollte allerdings nicht pauschal auf jedes Rotkehlchen, jede Kohlmeise oder jede Amsel übertragen werden.

Die Aussage verdeutlicht vielmehr, wie unterschiedlich Schlafstrategien in der Vogelwelt sein können.

Warum ein Auge offen bleiben kann
Für Tiere kann Aufmerksamkeit selbst während Ruhephasen einen Vorteil bieten. Gefahren verschwinden schließlich nicht, nur weil es Nacht geworden ist.

Die Möglichkeit, bestimmte Teile des Gehirns unterschiedlich stark ruhen zu lassen, ist eine besondere Anpassung einzelner Arten.

Bei einem Garten voller verschiedener Tiere treffen deshalb selbst beim Thema Schlaf ganz unterschiedliche Strategien aufeinander.

Während die Vögel ruhen, verändert sich die Geräuschkulisse
Das vertraute Zwitschern des Tages wird leiser. Dafür treten andere Geräusche stärker hervor: Rascheln unter Sträuchern, Bewegungen im Laub oder der Ruf eines nachtaktiven Vogels.

Wer an einem milden Abend noch eine Weile draußen sitzt, merkt häufig erst dann, wie aktiv ein Garten nach Einbruch der Dunkelheit sein kann.

Die zweite Schicht beginnt nicht plötzlich auf ein einziges Signal hin. Vielmehr überschneiden sich die Aktivitätszeiten verschiedener Arten.

Die Nachtschicht übernimmt
Während viele tagaktive Tiere ihre Ruheplätze beziehen, beginnen nachtaktive und dämmerungsaktive Arten mit der Nahrungssuche.

Für sie ist Dunkelheit kein Hindernis, sondern der normale Zeitraum ihres aktiven Lebens.

Ein Garten kann dadurch rund um die Uhr von unterschiedlichen Tieren genutzt werden.

Der Igel kommt aus seinem Versteck
Wenn es dunkel wird, beginnt für den Igel die aktive Phase. Tagsüber versteckt er sich häufig unter dichtem Bewuchs, in Laubhaufen oder anderen geschützten Bereichen.

Nachts durchstreift er sein Revier auf der Suche nach Nahrung.

Der Ausgangstext nennt als mögliche nächtliche Strecke rund 2 Kilometer. Wie weit ein einzelner Igel tatsächlich zurücklegt, kann jedoch unter anderem von Revier, Jahreszeit, Nahrungsangebot und individuellem Verhalten abhängen.

Der Garten ist für den Igel nur ein Teil seines Weges
Ein häufiger Irrtum besteht darin, einen Igel als Bewohner eines einzigen Gartens zu betrachten.

Tatsächlich können Igel während ihrer nächtlichen Aktivität verschiedene Grundstücke, Hecken und offene Bereiche durchqueren.

Ein Garten ist damit häufig nur eine Station innerhalb einer größeren nächtlichen Route.

Was der Igel sucht
Auf seiner nächtlichen Nahrungssuche begegnet der Igel unterschiedlichen wirbellosen Tieren. Im Ausgangstext werden Käfer, Schnecken und Regenwürmer genannt.

Er durchstöbert dabei häufig bodennahe Bereiche, Laub und Vegetation.

Gerade strukturreiche Gärten können ihm mehr Möglichkeiten für Nahrung und Verstecke bieten als vollständig versiegelte oder extrem aufgeräumte Flächen.

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