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Die Tochter des Dienstmädchens schminkte dem schlafenden Millionär das Gesicht … und entdeckte das Geheimnis in seiner Villa….

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Lucia begann sorgfältig, sein Gesicht zu bemalen.

Zuerst eine gelbe Sonne.

Dann einen blauen Schmetterling auf seiner Stirn.

Dann einen Regenbogen über seiner Nase.

Alejandro blieb regungslos.

Ich verstand es nicht.

Er hatte nichts gestohlen.

Er hatte seine Mutter nicht angerufen.

Er hatte keine Schubladen geöffnet.

Ich hatte doch nur gemalt.

In diesem Moment kam Mariana mit einem Tablett herein und wurde kreidebleich.

„Lucia“, flüsterte er entsetzt.

Das Mädchen drehte sich stolz um.

„Er sah traurig aus, als er schlief, Mama. Ich habe ihm Farbe gegeben.“

Alejandro öffnete die Augen.

Und Mariana wusste, dass in diesem riesigen Herrenhaus gerade etwas Unerklärliches geschehen war.

TEIL 2

Drei Sekunden lang hielt niemand den Atem an.

Mit zitternden Händen stellte Mariana das Tablett auf den Tisch. Ihr Gesicht sprach Bände: Angst, Scham, Erschöpfung und jene Qual, die nur Mütter kennen, wenn sie nicht ihren Job verlieren können.

„Herr Santillan, verzeihen Sie mir“, sagte er schnell. „Ich übernehme die Verantwortung. Sie versteht es nicht. Ich werde es sofort aufräumen. Wenn er möchte, dass wir gehen, verstehe ich das.“

Lucia umarmte Panquecito.

„Ich habe nichts Schlimmes getan“, murmelte sie. „Ich habe geholfen.“

Alejandro berührte ihre Wange. Seine Finger waren gelb.

An jedem anderen Tag wäre er innerlich explodiert. Nicht schreiend, denn er schrie nicht. Alejandro wies die Leute mit ruhigen Worten ab, mit solchen, die umso mehr verletzten, weil sie nicht zitterten.

Aber diesmal konnte er es nicht.

Langsam stand er auf und ging zu dem alten Spiegel im Flur.

Mariana folgte ihm, als ginge sie auf ein Urteil zu.

Lucia folgte ihm, die Stiefel hinter sich herziehend.

Als Alejandro sein Spiegelbild sah, erstarrte er.

Da war er: der Geschäftsmann, der auf den Titelseiten abgebildet war, der Mann, der mit Politikern verhandelte, der Millionär, den alle behandelten, als wäre er aus Stein.

Mit einem schiefen Schmetterling auf der Stirn.

Eine verzerrte Sonne auf der Wange.

Ein lächerlicher Regenbogen über der Nase.

Und ein paar Orangenblüten neben dem Tempel.

Er muss sich gedemütigt gefühlt haben.

Aber er fühlte sich gesehen.

Nicht als Chef.

Nicht als … Scheckheft.

Nicht als klangvoller Nachname.

Ein dreijähriges Mädchen sah die Traurigkeit in seinem Gesicht und gab ihm, ohne zu fragen, das Einzige, was ihm niemand zu geben wagte.

Zärtlichkeit.

Alejandro schluckte schwer.

„Du sagtest, ich sähe traurig aus?“

Lucia nickte.

„Ja.“ „So wie meine Mutter nachts nachdenkt und nicht weint, sondern innerlich.“

Mariana schloss die Augen.

Dieser Satz entblößte sie mehr als jede Akte.

Alejandro betrachtete Mariana im Spiegel.

Zum ersten Mal sah er mehr als nur eine tüchtige Angestellte. Er sah eine Frau, die mit Würde überlebte, sich um ein Mädchen kümmerte und um die Erlaubnis bat, in einer Welt zu existieren, die ihr Gegenüber stets für Fehler verurteilte.

Eine Träne rann ihr über die Wange.

Eine Orangenblüte war in zwei Hälften gespalten.

Lucia hatte Angst.

„Ist sie schon verdorben?“

Alejandro lachte leise auf.

Ein ehrliches Lachen.

Mariana hielt sich den Mund zu.

So hatte sie ihn noch nie lachen sehen.

„Nein, Lucia“, sagte er. „Ich glaube, du hast mich wieder in Ordnung gebracht.“

Das Mädchen lächelte, als wäre es selbstverständlich.

„Es fehlte nur noch das Gelb.“

Alejandro ließ sich auf die Bank am Gang fallen, weil seine Beine nachgaben.

Dann die erste Runde. Es geschah.

Aus dem Eingang erschien sein Onkel, Ernesto Santillan, mit zwei Investoren, die frühzeitig zum Abendessen eingetroffen waren.

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