Die Hinrichtungskammer war nicht nur still, sie wirkte erdrückend, wie kurz vor einem Sturm.
Onkel Ray blieb steif, doch die Maske, die er jahrelang getragen hatte, bröckelte endlich. Der selbstsichere Mann, der einst den trauernden Bruder gespielt hatte, wirkte nun ausgelaugt, seine Haut fahl, seine Fassung schwand.
„Der Junge ist verwirrt“, sagte Ray mit zitternder Stimme. „Er ist traumatisiert. Er weiß nicht, was er sagt.“
Doch der Gefängnisdirektor beachtete ihn nicht einmal.
Er starrte auf den Gegenstand in seiner Hand, einen rostigen Dietrich.
„Haltet ihn fest!“, befahl der Direktor.
Die Wachen bewegten sich sofort.
Ray wehrte sich. „Das könnt ihr nicht tun! Das ist eine rechtmäßige Hinrichtung!“
„Ich habe einen Zeugen“, erwiderte der Direktor ruhig. „Und jetzt habe ich Grund, alles zu bezweifeln.“
Die Hinrichtung fand in dieser Nacht nicht statt.
Sie hielt inne, in einem Moment, der alles veränderte.
Meine Mutter wurde zurück in eine Zelle gebracht. Sie ist zwar nicht mehr verurteilt, aber auch nicht frei. Sie wartet nur.
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